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Predazzo | «Wie ins Gesicht gespuckt»: Raimunds kaputte Freundschaft

Daniel Karmann/dpa | Philipp Raimund freute sich, schlug aber auch nachdenkliche Töne an.

Olympische Winterspiele

Predazzo (dpa) - Nach seinem Olympiasieg gab Philipp Raimund tiefe Einblicke in eine zerbrochene Skisprung-Freundschaft. «Ich habe Videospiele mit ihm gemacht, ich habe Livestreams mit ihm gemacht. Ich hätte ihn damals als Freund bezeichnet», sagte der 25-Jährige über den Norweger Marius Lindvik. «Nach der Situation in Trondheim hat es sich ein bisschen wie ein Betrug angefühlt, wie ins Gesicht gespuckt.»

Bei den Weltmeisterschaften in der norwegischen Stadt im vergangenen Jahr waren Lindivk und dessen Teamkollege Johann Andre Forfang wegen manipulierten Sprunganzüge beim Wettbewerb von der Großschanze disqualifiziert worden. Zuvor hatte Lindvik auf der Normalschanze Gold vor Raimunds deutschem Mannschaftskameraden Andreas Wellinger gewonnen.

Raimund vermisst Entschuldigung

«Ich will es nicht größer machen, als es ist. Es war ein Fehler, was sie gemacht haben», sagte Raimund. «Für mich persönlich kann ich nur sagen: Wenn einer von ihnen zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: "Hey, mir tut es sehr leid, was passiert ist", dann hätte ich ihnen wahrscheinlich vergeben. Dann hätte ich gesagt, ihr seid Menschen, lasst uns zusammen auf die Zukunft konzentrieren.»

Raimund ergänzte: «Aber ich bin ein bisschen traurig, dass es nie passiert ist. Besonders, weil ich mit ihm befreundet war und es gab nie eine Entschuldigung oder etwas Ähnliches.»

© dpa-infocom, dpa:260210-930-665415/1

Daniel Karmann/dpa | Um Marius Lindvik gab es im vergangenen Jahr großen Wirbel.