Santa Barbara | Neuer Sonos Play: Lebenszeichen nach dem App-Debakel
Multiroom-Pionier
Santa Barbara (dpa/tmn) - Lautsprecher-Spezialist Sonos bringt den ersten neuen Lautsprecher seit seinem fast zwei Jahre zurückliegenden App-Debakel auf den Markt. Das Gerät mit dem Namen Sonos Play ist ein kompaktes Modell, das sowohl im Haushalt per WLAN als auch unterwegs mit Bluetooth genutzt werden kann. Dank zwei im Winkel angeordneter Hochtöner beherrscht der gut 19 Zentimeter hohe Sonos Play auch Stereo-Ton - und soll mit einer Batterie-Ladung bis zu 24 Stunden laufen können.
Als neues Einstiegsmodell gibt es zudem den Era 100 SL für 199 Euro - eine 30 Euro günstigere Version des bisherigen Geräts ohne Mikrofone.
Sonos sieht die Gerätekategorie laut Firmenchef Tom Conrad als «Rückgrat» der Produktfamilie. Die Firma habe mit den neuen Geräten versucht, «den perfekten Einstiegspunkt» in ihr System zu schaffen - und hoffe auf Millionen neue Haushalte. Der Play liegt mit einem Preis von 349 Euro zwischen dem auf eine Steckdose angewiesenen Era 100 für 229 Euro - und seinem bei Bedarf ebenfalls mobilen großen Bruder Move 2 für 499 Euro.
Desaströser App-Umbau
Sonos war ein Vorreiter bei vernetzten Lautsprechern im Haushalt und gewann in rund zwei Jahrzehnten eine treue Nutzerbasis. Doch ein misslungener Umbau der Smartphone-App, über die die Geräte bedient werden, stürzte die Firma im Mai 2024 in eine tiefe Krise.
Das grundlegende Update sollte die Steuerung vereinfachen und zugleich die technische Basis für neue Produkte wie die ersten Sonos-Kopfhörer schaffen - doch Nutzer klagten über fehlende Funktionen und Verbindungsprobleme. Es dauerte Monate, Fehler auszubügeln und weggefallene Fähigkeiten zurückzubringen. Sonos schob wegen der Reparaturarbeiten an der App auch die Vorstellung neuer Geräte auf. Die Probleme kosteten Conrads Vorgänger Patrick Spence den Job.
Sonos-Chef: Lektion gelernt
Sonos verspricht nun, künftige App-Umgestaltungen nicht wie im Mai 2024 für alle zur Pflicht zu machen - sondern erst in größerem Rahmen zu testen und zunächst den Umstieg nicht vorzuschreiben. «Wir haben alle Lektionen gelernt, die wir lernen konnten», sagte Conrad zu dem App-Debakel. Dazu gehöre, dass man auch bei kleinsten Änderungen die Wünsche der Nutzer respektieren müsse.
Der größte Fehler des damaligen Sonos-Managements sei gewesen, dass man die Leistungs-Schwächen der neuen App beim massenhaften Einsatz in der realen Welt nicht vorher erkannt habe. Jetzt habe man die nötigen Werkzeuge, um die Software vor der Veröffentlichung auf den Prüfstand zu stellen, sagte Conrad.
© dpa-infocom, dpa:260310-930-796275/1
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