Hamburg/Berlin | Speicher-Preiswelle: Käufe nicht auf die lange Bank schieben
Hardware immer teurer
Hamburg/Berlin (dpa/tmn) - Der aktuelle riesige Speicherbedarf von KI-Rechenzentren hat zu Angebotsengpässen und rasant steigenden Preisen für Arbeitsspeicher (RAM), aber etwa auch für SSD-Festplatten und weitere Komponenten geführt.
Wer jetzt solche Hardware benötigt, sollte nicht auf eine bessere Marktlage warten, weil auch in den kommenden Wochen und Monaten mit weiteren, deutlichen Anstiegen zu rechnen ist, rät das Preisvergleichsportal «Guenstiger.de», das die Preisentwicklung bei RAM sowie angrenzenden Komponenten- und Gerätekategorien zwischen November 2025 und Januar 2026 analysiert hat.
Plus 100 Prozent bei DDR5-RAM
Die Entwicklungen für RAM laut der Untersuchung im Überblick:
- Der Durchschnittspreis für modernen DDR5-RAM hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt (plus 100 Prozent).
- Der etwas ältere DDR4-RAM stieg im Preis durchschnittlich um 46 Prozent.
- Selbst der allmählich veraltete DDR3-RAM verteuerte sich im Schnitt um 28 Prozent.
Plus 25 Prozent bei SSD-Festplatten
Die Ergebnisse der Analyse für Fesplatten und Co.:
- SSDs (Festspeicher-Festplatten) verteuerten sich durchschnittlich um 25 Prozent.
- Selbst klassische HDDs (Festplatten mit rotierenden Magnetscheiben) erfuhren im Durchschnitt einen Preisanstieg von 7 Prozent.
- Bei Speicherkarten (MicroSDHC) kletterten die Preise durchschnittlich um 18 Prozent in die Höhe.
Preise rauf auch bei Grafikkarten, Mainboards und Komplett-PCs
Die Preiswelle hat aber auch angrenzende Produktkategorien erfasst:
- Im Schnitt 13 Prozent mehr müssen Käufer bei Grafikkarten investieren.
- Mainboards verteuerten sich durchschnittlich um 10 Prozent.
- Bei PC-Komplettsystemen gab es einen Anstieg von durchschnittlich 12 Prozent.
Entwarnung bei Mobilgeräten
Immerhin: Bei Mobilgeräten wie Notebooks, Tablets oder Smartphones sind die Preisanstiege bislang minimal bis nicht messbar.
Die Erklärung dafür, dass auch angrenzende Produktkategorien von den Preissteigerungen betroffen sind, liegt etwa darin, dass viele Hersteller wegen der hohen RAM-Nachfrage entweder ihre Produktion umgestellt haben - beispielsweise stellen sie keine Speicherchips mehr für SSDs, sondern für RAM her.
Produktionsumstellungen zulasten der Konsumenten
Oder sie bieten auch beim RAM weniger oder gar keine Consumer-Produkte mehr an, weil die Produktion für Rechenzentren so lukrativ ist. Das verringere die Verfügbarkeit von RAM, SSDs und Co für den Massenmarkt dann spürbar, erklären die Experten.
Für die Untersuchung wurde die Preisentwicklung von über 28.000 Produkten zwischen November 2025 und Januar 2026 analysiert. Der Durchschnittspreis je Kategorie wurde anhand des jeweils niedrigsten Tagespreises unter den mehr als 2.000 bei dem Vergleichsportal gelisteten Onlinehändlern berechnet.
© dpa-infocom, dpa:260223-930-723529/1
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