Kabul/Islamabad | Pakistanische Luftwaffe greift Kabul an
Konflikte zwischen Nachbarn
Kabul/Islamabad (dpa) - Die pakistanische Luftwaffe hat militärische Einrichtungen in Afghanistan angegriffen, unter anderem in der Hauptstadt Kabul. Darüber hinaus seien Stellungen in den Provinzen Kandahar und Paktia bombardiert worden, teilte der Sprecher der islamistischen Taliban-Regierung, Sabiullah Mudschahid, auf der Plattform X mit. Es gebe keine Berichte über Opfer.
Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar bestätigte die Luftangriffe im staatlichen Fernsehsender PTV. Vor diesen Angriffen war es zu heftigen Auseinandersetzungen entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze gekommen.
Am vergangenen Wochenende hatte Pakistan Stellungen in Afghanistan angegriffen. Am Abend schlugen die afghanischen Taliban zurück. Als Reaktion auf die pakistanischen Angriffe sei eine umfassende Offensive auf deren militärische Stellungen eingeleitet worden, hatte Sabiullah Mudschahid auf X geschrieben.
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari schrieb in der Nacht auf X, die Reaktion der pakistanischen Streitkräfte sei umfassend und entschlossen. Sein Land werde keine Zugeständnisse in Bezug auf Frieden und territoriale Integrität machen.
Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan haben sich zuletzt massiv verschlechtert. Erst im Herbst war es zu Gefechten gekommen. Laut UN-Angaben starben damals 70 afghanische Zivilisten bei pakistanischen Angriffen. Islamabad wirft Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben.
Die Nachbarländer teilen sich eine rund 2.400 Kilometer lange Grenze, die 1893 zwischen dem damaligen Britisch-Indien und dem Emirat Afghanistan entstand. Der Verlauf der als «Durand-Linie» bekannten faktischen Grenze ist zwischen den Ländern umstritten.
© dpa-infocom, dpa:260226-930-741992/1
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