Hamburg | Mitarbeiterin von Eugen Block: Großeltern waren «todtraurig»
34. Prozesstag
Hamburg (dpa) - Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat eine Mitarbeiterin des Unternehmens die enge Bindung der Großeltern zu ihren Enkeln beschrieben. Der Gründer der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, und seine Ehefrau Christa seien «todtraurig» gewesen, dass sie ihre Enkelkinder in Dänemark über so lange Zeit nicht sehen konnten, sagte die 36-Jährige, die für den 85-Jährigen tätig ist. Vorher seien die Kinder regelmäßig bei ihnen zu Besuch gewesen.
Kurze Zeit vor der Entführung an Silvester 2023/24 hatte Eugen Block seinen Enkelkindern über einen Sicherheitsdienst Weihnachtsgeschenke am Wohnhaus in Süddänemark überreichen wollen. «Ich muss doch irgendwie meinen Enkelkindern zeigen, wie lieb ich sie habe», erinnerte die Zeugin seine Worte. Zur Übergabe der Geschenke kam es nicht, die Polizei wurde gerufen.
Christina Block war gegen Geschenk-Aktion
Die Angeklagte Christina Block sagte vor dem Landgericht, sie sei gegen diese Geschenk-Aktion im laufenden Sorgerechtsstreit gewesen: «Ich wollte überhaupt keine Unruhe.» Ihr sei klar gewesen, dass ihr Ex-Mann «immer» die Polizei rufe. Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht zurückgebracht.
Block soll laut Anklage die Entführung ihrer beiden Kinder vom Wohnort ihres geschiedenen Mannes in Dänemark in Auftrag gegeben haben. Auch gegen Großvater Block hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Verfahren wurde aber eingestellt.
Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen sollen von einer israelischen Sicherheitsfirma gewaltsam nach Deutschland gebracht worden. Am 5. Januar 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht, dass die beiden Kinder zu ihrem Vater nach Dänemark zurückgebracht werden müssen.
© dpa-infocom, dpa:260130-930-616696/2
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